die superbowl

ein aufregender sonntag. zuerst die harlem-tour und am abend steht die superbowl am programm. warum das eigentlich superbowl heißt ist mir ein rätsel, denn die trophäe ist so gar keine bowl, vielmehr ein football der in einer pyramide steckt (die vince-lombardi-trophy), aber das ist eigentlich gar nicht so wichtig…
wer spielt? die new england patriots (boston) gegen die philadelphia eagles. nachdem man auf unserem mickey-mouse-fernseher nicht einmal den ball sehen kann, müssen wir uns einen großen fernseher suchen. an der upper east side ist das kein problem, da gibt es haufenweise sportbars.
ich football-begeisterte kann reingard und silvana (eigentlich auch begeistert) zu folgendem plan überreden: ein nettes pub mit riesenleinwand und superguten burgern (muss man für sowas noch begeistert werden?). ich rechne eigentlich damit, dass alle bars gesteckt voll sind und wir unseren burger auf engstem raum eingequetscht essen müssen. dem ist nicht so. silvana klärt mich auf. normale amerikaner haben ihre superbowl-parties zu hause, denn normale (sorry für die verallgemeinerung) haben auch riesengroße fernsehen und müssen nicht in eine bar ausweichen. jedenfalls kriegen wir (reingards arbeitskollege dave ist auch mit) einen netten tisch und die burger kommen auch gleich. vor dem spiel geben die black eyes peas nochmal ihr bestes (die sind ja auch wirklich gut), alicia keys singt die nationalhymne und schon geht’s los – kick-off.
während wir also genüsslich unsere deluxe burger (mit champignons und speck und cancun fries – echt gut!) verdrücken, bemerken wir, dass wir einem seniorenpub gelandet sind. hmm. keine rechte stimmung also. außerdem rauscht die soundanlage ein bisschen. der retter in der not? mo’s bar. eh schon lange nicht mehr dort gewesen.
wir schaffen’s pünktlich zum zweiten viertel dort zu sein. das spiel ist noch nicht sonderlich aufregend, also versäumen wir während dem lokalwechsel nicht viel.
den ersten touchdown machen die eagles, die eigentlich der außenseiter sind. danach geht’s so hin und her. keine großen spielzeuge, nicht sonderlich spannend. wir tun, was alle in der bar machen. trinken bier und jubeln. ich juble für die patriots. aber es sind auch viele philly-fans hier. halbe-halbe würd ich sagen.
die halftime-show ist dieses jahr enttäuschend. ich bin kein paul mccartney fan und seine performance reißt mich nicht vom barhocker. nachdem den veranstaltern aber voriges jahr die sache mit justin timberlake und janet jacksons busen passiert ist, wollen sie wohl auf nummer sichergehen. was waren das noch zeiten, als u2 die halftime-show gemacht haben.
reingard ist kurz vor dem spiel noch vom philly- zum pats-fan mutiert. gute entscheidung, sag ich da. sie gewinnen nämlich auch. nicht zuletzt wegen quarterback tom brady. der dritte superbowlsieg in vier jahren.
resume: ich hab schon viel bessere superbowls gesehen. trotzdem war es lustig: reingard als superbowl-greenhorn (ich denke ihr hat’s gefallen), deluxe-burger (hatten wir schon lange nicht mehr) und partystimmung in mo’s bar.